Die deutsche Übersetzung von „Atlas Shrugged" erschien unter dem Titel „Wer ist John Galt". Gebrauchte Taschenbücher dieser Ausgabe sind im Buchhandel ab 150,- Euro erhältlich. Ein englischsprachiges, neues Exemplar gibt es dagegen bereits für 6,30 Euro zu kaufen. Während Ayn Rand im deutschsprachigen Raum also eine literarische Exotin darstellt, gehört sie im angelsächsischen Raum zum Allgemeingut.
Dabei spielt eine wichtige Rolle, dass Rand dem amerikanischen Ideal des Self-Made-Man propagiert, der aus eigenem Antrieb Neues schafft. Diese Vorstellungen schilderte sie als Schriftstellerin bereits in dem 1943 erschienen Roman „The Fountainhead", in dem sie die Menschheit in „Schöpfer" und „Zweithänder" einteilt, also in Leistungsträger und Nutznießer. Das Buch wurde ein derartiger Erfolg, dass Hollywood den Stoff verfilmte. Ayn Rand selbst schrieb dabei das Drehbuch und der Star Gary Cooper übernahm die Hauptrolle.
In „Atlas Shrugged" führte Rand dann ihre gesellschaftspolitischen Visionen noch weiter aus. In einer fiktiven Gesellschaft weigern sich die innovativen Leistungsträger, weiterhin Abstauber wie Gewerkschaften oder Sozialschmarotzer mit durchzufüttern. Der symbolische Atlas, der die Weltkugel bisher trug, wirft diese nun ab. Angeführt von dem mysteriösen John Galt entziehen sich die produktiven Mitglieder der reglementierten Wirtschaft und tauchen unter, in einem geheimen Utopia in den Bergen von Colorado.
Ayn Rands Interesse bei „Atlas Shrugged" war dabei weniger, eine Geschichte zu erzählen, als die Handlung zu nutzen, um ihre Ideen zu verdeutlichen. So wird auch in der Zeichnung der Protagonisten polemisiert. Während die „Guten" auch körperlich attraktiv sind, werden ihre Gegner auch in ihrer Physiognomie als abstoßen geschildert. Eine Rede, in der John Galt seine Motivation schildert, erstreckt sich auf ganze siebzig Seiten.
Während Ayn Rand nach der Niederschrift des Romans zunächst in eine schwere Depression fiel, wurde das Buch nach Erscheinen von den meisten Kritikern verrissen. Dessen ungeachtet fand Rands Philosophie des „Objektivismus", zahlreiche Anhänger, darunter auch den Wikipedia-Gründer Jimmy Wales. Und auch in der Popkultur finden sich zahlreiche Anspielungen auf Ayn Rand und ihre Werk, so etwa bei den Simpsons oder bei South Park.
Am ausführlichsten nimmt aber wohl die Illuminatus-Trilogie Bezug zu Rand. Hier erscheint eine Schriftstellerin namens Atlanta Hope, Autorin des Buches „Telemachus Sneezed", sowie ein moderner Pirat namens Hagbard Celine, eine Anspielung auf die Figur des Ragnar Danneskjöld in „Atlas Shrugged".
Im April 2011 kam eine Verfilmung des ersten Drittels des Buches in die US-amerikanischen Kinos. Wie bereits der Roman, erntete auch die Kinoversion vor allem schlechte Kritiken, und erwies sich als finanzieller Flop. Ob es eine Fortsetzung geben wird, gilt derzeit als äußerst fraglich.



Kommentare
Das ist doppelt falsch. Erstens faktisch: Diese Rede Galts, an der allein Rand etwa eineinhalb Jahre gearbeitet hat, ist über 70 (!) Seiten lang. Und zweitens ist es sprachlich falsch: "erstrecken" braucht die Präposition "über".
"... von den meisten Kritikern verrissen ..." Darunter welche, die vom KGB für ihre Verrisse bezahlt wurden!
Noch vieles andere in diesem kurzen Beitrag ist falsch. "Harald" hat auf einige Punkte hingewiesen. Frieder Leipolds Artikel ist ein typisches Second-Hander-Werk. Selbst die Ellsworth Tooheys dieser Welt sind nicht mehr das, was sie mal waren ...
2. Ayn Rand verfiel nicht "während" in Depressionen, sondern "aufgrund" der Reaktionen & Ereignisse.
3. Ob der Roman, der immer noch das nach der Bibel meistverkaufte Buch in den Staaten ist, ein Flop ist, mag jeder selbst beurteilen.
Man versteht eben nur das, was man verstehen möchte.
Alle Kommentare dieses Beitrages als RSS-Feed.